Regelmäßige Selbstüberprüfung der geleisteten Arbeit, Feststellung der aktuellen Bedarfe und Entwicklungspotenziale sowie die Formulierung entsprechender Zielsetzungen sind im Bundesprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ im Rahmen sogenannter „Review-Treffen“ verpflichtend. So fand auch zu Ende letzten Jahres im Sitzungssaal des Rathauses Langquaid das dritte Review-Treffen des Mehrgenerationenhauses (MGH) in der aktuellen Förderperiode statt.
Für das aktuelle Review arbeiteten Bürgermeister Herbert Blascheck, Hauptamtsleiterin Irene Berger, Kämmerin Tanja Deiglmeier, Sachbearbeiterin Martina Wendlinger gemeinsam mit Kornelia Wedel und Veronika Wedel-Oberndorfer für die langjährigen Kooperationspartner Wedel Service Wohnen und Ambulanter Krankenpflegedienst Wedel sowie mit dem Team Mehrgenerationenhaus-Soziale Stadt Brigitte Kempny-Graf, Melanie Hase und Andrea Meyer den seit 2020 vorgegebenen Kriterienkatalog „Qualitätskriterien der Mehrgenerationenhäuser für ihre Arbeit“ in einem Präsenz-Workshop gemeinsam durch. Der Katalog gibt einen gemeinsamen Rahmen für die vielfältige Arbeit der über 500 MGH bundesweit, formuliert klare Leitlinien sowie den hohen Qualitätsanspruch der MGH. Hierzu gehören ebenso regelmäßige Dokumentation und jährliche Sachberichte. Diese seien Grundvoraussetzung für eine Weiterförderung, erläuterte MGH und Soziale Stadt-Projektmanagerin Brigitte Kempny-Graf. Man habe dies aber seit Aufnahme ins Programm 2008 stets problemlos erfüllen können.
Vorab informierten Brigitte Kempny-Graf und Melanie Hase über die umfangreiche geleistete Arbeit. Ihre Präsentation zeigte äußerst erfreuliche Ergebnisse auf: In den Bereichen „Offener Treff“, generationsübergreifendes Arbeiten, Förderung von Engagement und Sozialraumorientierung erfüllte das MGH nicht nur die Basisanforderungen, sondern übertraf diese meist deutlich. Besonders im Bereich der Sozialraumorientierung gelang es dem MGH auch weiterhin, sehr schnell auf Bedarfe der Bevölkerung zu reagieren. Ein Beispiel hierfür ist der neu eingerichtete Stammtisch zu Diabetes, der durch eine Vortragsreihe ergänzt wird. Die Vernetzung mit über 40 Partnerorganisationen stellt eine weitere Stärke des MGH dar.
Auch Jahre später zeige die Pandemie noch negative, aber auch positive Folgen: Die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Helfer sowie einige generationenübergreifende Angebote gestalteten sich noch immer schwieriger. Positiv sei, dass man seinerzeit Online und hybride Formate entwickelt hätte, die auch jetzt jederzeit bei Bedarf verfügbar sind bedarfsgerecht eingesetzt werden können, z.B. beim Online-Vortrag zum „Digitalen Nachlass“. Derzeit seien aber wieder überwiegend Präsenzangebote gefragt.
Neben den bereits bestehenden Angeboten haben sich auch neue Initiativen wie „Ich zeig dir meinen Lieblingsplatz“ und zahlreiche intergenerative Aktionen mit Kooperationspartnern etabliert. Besonders positiv wurde auch das Engagement der Nachbarschaftshilfe hervorgehoben. Schulungsangebote für ältere Menschen im Umgang mit digitalen Medien erfreuen sich ebenfalls enormer Beliebtheit und konnten in Kooperation mit dem Landkreis Kelheim und der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Kelheim noch weiter ausgebaut werden. Ebenso positiv zeigt sich die Entwicklung und die Resonanz bei den zahlreichen Informations- und Beratungsangeboten, z.B. zur beruflichen Entwicklung oder im Gesundheitsbereich.
Kritisch gesehen wurde die mangelnde finanzielle Planungssicherheit. Ständig drohende Fördermittelkürzungen und unklare Haushaltsmittel sorgten für Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Finanzierung des MGH.
Um die Arbeit des MGH weiter voranzutreiben, wurden neue Zielsetzungen formuliert. Dazu gehören die Stärkung der Digitalisierung, insbesondere für ältere Menschen, der Ausbau intergenerativer Angebote, die Gewinnung weiterer Ehrenamtlicher sowie die Bereitstellung zusätzlicher Hilfen für pflegende Angehörige. Außerdem sollen noch mehr Angebote im Berich „Gesundheit“ organisiert werden, beispielsweise weitere runde Tische lokaler Akteure oder auch neben dem Diabetes-Stammtisch weitere spezifische Themenstammtische zu anderen Krankheitsbildern oder Problemstellungen zu initiieren.
Bürgermeister Herbert Blascheck dankte den Teilnehmenden für die konstruktive Zusammenarbeit, während Kornelia Wedel die jahrelange hervorragende Arbeit des MGH-Teams würdigte. Brigitte Kempny-Graf schloss die Runde mit einem Dank an die langjährigen Kooperationspartner, ohne deren Unterstützung die Erfolge des MGH nicht möglich gewesen wären.

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